Gelübde nach Flugzeugabsturz

Gelübde nach Flugzeugabsturz

Junges Theater Eschwege bringt packendes Sinn-Drama auf die Bühne des E-Werks

ESCHWEGE. Tim sitzt in einem Flugzeug, das abstürzt. Auf dem Rückflug von Afrika zurück ins mitteleuropäisch stabilisierte Leben zu Hause. Im Moment der Panik legt der junge Arzt ein Gelübde ab: Wenn er den Absturz überleben sollte, geht er zurück in die afrikanische Krankenstation, in der er gerade fünf Monate gearbeitet hat. Und zwar für den Rest seines Lebens.

Mit diesem im Stillen getroffenen, unerhörten Gelübde im Gepäck trifft er auf die Menschen, die ihm nahestehen: Auf Mutter und Vater, auf den engsten Freund, die beste Freundin und auf seine Lebensgefährtin Sara, die das erste gemeinsame Kind erwartet. Seine Beziehung zu diesem Gelübde bringt alle aus der Fassung: Warum gibt er alles auf, um dorthin zurückzukehren? Es geht in keinen Kopf hinein, auch nicht in seinen eigenen, obwohl es aus ihm entsprungen ist. Tim scheint sich durch das existenzielle Gelübde in einen anderen verwandelt zu haben, in eine andere Möglichkeit seiner selbst.

Diese packende Geschichte erzählt das Theaterstück „Das Gelübde”, welches das Junge Theater Eschwege im März auf die Bühne des E-Werks in Eschwege bringt. Als Entdeckung von den Berliner Autorentheatertagen hat Johannes Meier das zeitgenössische Stück des Schweizer Autoren Dominik Busch mit nach Eschwege gebracht: „Die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen und jetzt bei den Proben merke ich, dass es auch allen anderen Schauspielern so geht”, erzählt Regisseur Johannes Meier. In einer starken und bildreichen Sprache stelle „Das Gelübde” die Frage nach der inneren Bestimmung jedes Menschen und nach einer rational nicht mehr fassbaren geistigen Kraft, die in unserer Welt kaum ihren Platz finde, so Meier. Seit fast zehn Jahren ist der ehemalige Sontraer Pfarrer als Schauspieler beim Jungen Theater Eschwege aktiv.

Inzwischen arbeitet Johannes Meier als theologischer Referent im Landeskirchenamt und fährt regelmäßig aus Kassel zu den Proben nach Eschwege. Bei dem „Gelübde” übernimmt er jetzt erstmals auch die Regie: „Das Tolle am Jungen Theater ist ja, dass wir vom Musical bis zum Kinderstück, von der Boulevard-Komödie bis zum Klassiker die unterschiedlichsten Genres auf die Bühne bringen. Ein so modernes Stück sei allerdings schon echtes Neuland“, findet Meier. (sek)

• Karten für „Das Gelübde” sind ab sofort an den bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.kultur-eschwege.de erhältlich. Die Aufführrungstermine: 3. / 9. / 10. / 16. März 2018, jeweils um 20 Uhr im E-Werk in Eschwege.

(Quelle: Werra Rundschau vom 3.2.2018)